Wie viel Kühlleistung (BTU/kW) braucht dein Raum? Der einfache Sizing-Guide
Zu klein kühlt nicht, zu groß verschwendet Strom. So findest du in wenigen Minuten die passende BTU- oder kW-Zahl für deinen Raum.
6 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026
Ein Kühlgerät nur nach Preis oder Marke zu kaufen, führt schnell zur Enttäuschung. Ein zu schwaches Gerät läuft den ganzen Tag und erreicht nie eine angenehme Temperatur. Ein zu starkes kühlt in kurzen Schüben, lässt die Luft klamm zurück und kostet mehr als nötig. Die gute Nachricht: Die passende Kühlleistung für deinen Raum findest du in etwa fünf Minuten und mit ein bisschen Rechnen.
BTU, kW und Watt: was die Zahlen bedeuten
Kühlleistung wird in zwei Einheiten angegeben, die dasselbe beschreiben: wie viel Wärme das Gerät pro Stunde aus dem Raum schafft.
- BTU/h (British Thermal Units pro Stunde) findest du am häufigsten auf mobilen Geräten und Fensterklimageräten.
- kW (Kilowatt) ist das metrische Gegenstück und steht auf vielen Datenblättern und Energielabels.
- Die Umrechnung ist einfach: 1 kW sind rund 3.412 BTU/h. Ein 9.000-BTU-Gerät liefert also etwa 2,6 kW, 12.000 BTU sind rund 3,5 kW.
- Verwechsle Kühlleistung nicht mit Stromverbrauch. Ein Gerät kann 2,6 kW Kälte liefern und dabei nur rund 0,9 kW Strom ziehen. Das Verhältnis der beiden ist die Effizienz (EER/SEER).
Faustformel: so viel Kühlleistung pro Quadratmeter
Für eine erste grobe Schätzung rechnest du nach Grundfläche. Gedämmte Wohnung mit üblicher Deckenhöhe von etwa 2,5 m? Dann plane bei einem versiegelten Splitgerät mit rund 60 Watt Kühlleistung pro Quadratmeter. Mobile Monoblock-Geräte brauchen mehr, eher 100 Watt pro Quadratmeter, weil ihr Abluftschlauch einen Teil der schon gekühlten Luft nach draußen drückt und warme Luft nachzieht. Genau dieser eine Schlauch ist der Grund, warum Monoblocks auf dem Papier schwächer wirken als ein gleich starkes Splitgerät.
Kühlleistung nach Raumgröße: die schnelle Tabelle
Nimm diese Werte als Startpunkt für einen normalen Wohnraum unter üblichen Bedingungen. Weiter unten stehen die Faktoren, die dich ans obere Ende schieben.
- 10–15 m²: ca. 5.000–7.000 BTU (1,5–2,0 kW)
- 15–25 m²: ca. 7.000–9.000 BTU (2,0–2,6 kW)
- 25–35 m²: ca. 9.000–12.000 BTU (2,6–3,5 kW)
- 35–45 m²: ca. 12.000–14.000 BTU (3,5–4,1 kW)
Diese Faktoren erhöhen deinen Bedarf
Die Tabelle geht von einem durchschnittlichen Raum aus. Jede dieser Bedingungen bringt zusätzliche Wärme, rechne also grob 10–20 % drauf, wenn sie auf dich zutrifft:
- Oberste Etage oder direkt unterm Dach (ein Dachgeschoss heizt sich im Sommer stark auf).
- Große Fenster nach Süden oder Westen, vor allem ohne Außenbeschattung.
- Mehrere Personen, die den Raum regelmäßig nutzen, oder ein offener Übergang zur Küche.
- Viel Elektronik oder starke Beleuchtung, die stundenlang läuft.
- Schlechte Dämmung, ältere Einfachverglasung oder eine Decke höher als 2,5 m.
Erlaubnisfreie Geräte richtig wählen (und was rechtlich gilt)
In Deutschland entscheidet die Geräteart, wie viel Aufwand auf dich zukommt. Mobile Monoblock-Geräte, Fensterklimageräte und mobile Splitgeräte mit fest versiegeltem Kältekreis sind in der Regel erlaubnisfrei: Sie kommen vorbefüllt, du hantierst mit keinem Kältemittel und bohrst kein festes Loch durch die Gebäudehülle. Fest installierte Splitanlagen sind eine andere Sache. Sie brauchen einen Wanddurchbruch und einen Kältekreis, der nach der EU-F-Gas-Verordnung nur von einer zertifizierten Fachkraft installiert werden darf. Weil das als bauliche Veränderung gilt, ist außerdem meist die Zustimmung deines Vermieters nötig. Für die meisten Mieter ist ein richtig ausgelegtes, erlaubnisfreies Gerät der praktische Weg. Und wer für einen Sommer kein Gerät kaufen und einlagern möchte, für den hält ein saisonales Abo die Sache einfach.
Sizing läuft also auf drei Schritte hinaus: auf eine Einheit umrechnen, die Watt-pro-Quadratmeter-Regel für deine Geräteart anwenden und dann für Dachgeschoss, Sonne und Personenzahl etwas draufrechnen. Triffst du deinen echten Bedarf ungefähr, kühlt der Raum schnell, bleibt die Luft angenehm und du zahlst nicht für Leistung, die du nie nutzt.
Häufige Fragen
Wie viel BTU brauche ich für 20 m²?
Unter normalen Bedingungen rechne mit etwa 7.000–9.000 BTU (2,0–2,6 kW). Liegt der Raum unterm Dach, zeigt nach Süden oder hat große Fenster, geh ans obere Ende dieser Spanne oder eine Stufe höher.
Was ist schlimmer: eine zu große oder eine zu kleine Klimaanlage?
Beide machen Probleme. Ein zu kleines Gerät erreicht die Zieltemperatur nie und läuft dauernd. Ein zu großes kühlt in kurzen Schüben, entfeuchtet dadurch schlecht, taktet ständig und verschwendet Energie. Nah am berechneten Bedarf zu bleiben schlägt beides.
Brauche ich für eine mobile Klimaanlage die Erlaubnis des Vermieters?
Mobile Monoblock-Geräte, Fensterklimageräte und mobile Splitgeräte mit fest versiegeltem Kältekreis sind in der Regel erlaubnisfrei, weil weder gebohrt noch mit Kältemittel hantiert wird. Fest installierte Splitanlagen brauchen dagegen die Zustimmung des Vermieters und eine zertifizierte Fachkraft nach der F-Gas-Verordnung, da sie einen Wanddurchbruch erfordern und als bauliche Veränderung gelten.
Wie rechne ich BTU in kW um?
Teile den BTU/h-Wert durch etwa 3.412. 9.000 BTU sind also rund 2,6 kW und 12.000 BTU etwa 3,5 kW. Umgekehrt multiplizierst du die kW mit 3.412.
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