Mobiles Splitgerät: leise kühlen, Kompressor sitzt draußen
Der Kompressor sitzt draußen, drinnen bleibt es leise. Warum ein mobiles Splitgerät ohne Bohren und ohne Genehmigung in fast jede Mietwohnung passt.
5 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026
Du willst deine Wohnung kühlen, ohne die Wand aufzureißen oder eine Genehmigung einzuholen? Ein mobiles Splitgerät ist genau dafür gemacht. Der lauteste Teil, der Kompressor, sitzt draußen auf dem Balkon oder der Fensterbank. Drinnen steht nur ein leises Innengerät. Kein Bohren, kein fest verlegter Kältekreis, kein Techniker. Hier liest du, wie das funktioniert und was in einer Mietwohnung wirklich erlaubt ist.
Was ist ein mobiles Splitgerät?
Ein Splitgerät besteht aus zwei Teilen: einem Innengerät, das die Luft kühlt, und einer Außeneinheit mit dem Kompressor. Bei einer klassischen fest installierten Split-Anlage werden beide dauerhaft montiert und über gebohrte Leitungen verbunden. Beim mobilen Splitgerät bleibt alles beweglich. Die zwei Einheiten sind über eine flexible, werkseitig befüllte Leitung verbunden, die du durch einen Fensterspalt nach draußen führst.
- Das Innengerät steht frei im Raum, eine Wandmontage ist nicht nötig
- Die Außeneinheit mit dem Kompressor stellst du auf Balkon, Terrasse oder Fensterbank
- Der Kältekreis ist hermetisch versiegelt und vorbefüllt, es muss also nichts vor Ort befüllt werden
- Ein Fensterabdichtungs-Set schließt den Spalt, damit keine warme Luft nachströmt
Warum mobile Splitgeräte so leise sind
Der Kompressor ist das lauteste Bauteil jeder Klimaanlage. Bei einem Monoblock steckt er mit im Gehäuse und brummt direkt neben dir im Zimmer. Beim mobilen Splitgerät sitzt er draußen, der Lärm bleibt also größtenteils vor der Wohnung. Drinnen hörst du meist nur das leise Rauschen des Ventilators.
Gute Modelle liegen am Innengerät bei rund 40 bis 50 Dezibel, etwa auf dem Niveau eines ruhigen Gesprächs. Das macht sie deutlich schlafzimmertauglicher als einen Monoblock, der oft 55 bis 65 Dezibel erreicht.
Ohne Bohren und ohne Genehmigung: das gilt rechtlich
Ein mobiles Splitgerät verändert die Bausubstanz nicht. Du bohrst keine Löcher, montierst nichts an der Fassade und verlegst keine festen Leitungen. Genau das ist der rechtliche Unterschied zur fest installierten Split-Anlage.
- Kein Techniker nötig: Weil der Kältekreis werkseitig versiegelt und befüllt ist, brauchst du keinen zertifizierten Kältetechniker. Die Installation fest verbauter Splits ist dagegen nach der EU-F-Gas-Verordnung (in Deutschland über die Chemikalien-Klimaschutzverordnung) zertifizierten Fachbetrieben vorbehalten.
- Keine bauliche Veränderung: Ein frei stehendes, jederzeit entfernbares Gerät gilt in der Regel nicht als genehmigungspflichtige Modernisierung deiner Mietwohnung.
- Fest installierte Splits brauchen dagegen fast immer die Zustimmung des Vermieters und oft eine bauliche Genehmigung, weil Wanddurchbruch und Außeneinheit die Substanz und das Erscheinungsbild des Hauses verändern.
Worauf du achten solltest
- Fensterabdichtung: Ohne gute Abdichtung strömt warme Luft nach, ein Durchführungs- oder Abdichtungs-Set ist Pflicht.
- Standort der Außeneinheit: Balkon oder stabile Fensterbank. Achte darauf, dass nichts herunterfallen kann und der Fluchtweg frei bleibt.
- Rücksicht auf Nachbarn: Der Kompressor macht draußen Geräusche. Stell ihn nicht direkt unter das Schlafzimmerfenster des Nachbarn und halte nachts die Ruhezeiten ein.
- Kältemittel: Moderne Geräte nutzen oft R290 (Propan) mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial, das ist umweltfreundlicher als ältere Kältemittel.
- Stromverbrauch: Schau auf die Energieeffizienzklasse. Ein Splitgerät arbeitet meist effizienter als ein Monoblock.
Mobiles Splitgerät, Monoblock oder Fensterklimagerät?
Alle drei kühlen genehmigungsfrei, solange nicht gebohrt wird. Sie unterscheiden sich vor allem in Lautstärke, Effizienz und Platzbedarf.
- Monoblock: alles in einem Gehäuse mit einem Abluftschlauch nach draußen. Am flexibelsten, aber lauter und etwas weniger effizient.
- Fensterklimagerät: sitzt im Fensterrahmen und spart Stellfläche, passt aber nicht in jedes Fenster.
- Mobiles Splitgerät: leiser und effizienter, weil der Kompressor draußen steht. Braucht dafür einen Platz für die Außeneinheit.
Ein mobiles Splitgerät liegt zwischen einem einfachen Monoblock und einer fest verbauten Split-Anlage. Es ist leiser als der Monoblock und deutlich unkomplizierter als ein fester Einbau. Für viele Mieterinnen und Mieter in Berlin und Brandenburg ist es die praktischste Art, einen heißen Sommer zu überstehen, ohne den Vermieter fragen zu müssen. Wenn du lieber saisonal mieten statt kaufen möchtest, bekommst du solche Geräte inzwischen auch als Sommer-Abo mit Lieferung und Abholung.
Häufige Fragen
Braucht ein mobiles Splitgerät eine Genehmigung vom Vermieter?
In der Regel nicht. Solange du nichts bohrst, nichts fest an der Fassade montierst und das Gerät jederzeit spurlos entfernen kannst, gilt es nicht als bauliche Veränderung. Anders ist es bei fest installierten Splits, die fast immer die Zustimmung des Vermieters brauchen.
Muss ein Kältetechniker das mobile Splitgerät installieren?
Nein. Der Kältekreis ist werkseitig hermetisch versiegelt und vorbefüllt, deshalb darfst du das Gerät selbst aufstellen. Nur fest installierte Splits, bei denen die Leitungen vor Ort befüllt werden, müssen von einem nach F-Gas-Verordnung zertifizierten Fachbetrieb montiert werden.
Wie laut ist ein mobiles Splitgerät im Zimmer?
Weil der Kompressor draußen sitzt, hörst du drinnen meist nur den Ventilator. Gute Modelle liegen bei etwa 40 bis 50 Dezibel und sind damit spürbar leiser als ein Monoblock.
Wo stelle ich die Außeneinheit hin?
Auf den Balkon, die Terrasse oder eine stabile Fensterbank. Achte darauf, dass sie sicher steht, nichts herunterfallen kann, der Fluchtweg frei bleibt und Nachbarn nachts nicht gestört werden.
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